Larissa Mikolaschek: Nicht das Tool entscheidet – sondern die Struktur dahinter
Shownotes
KI einzuführen ist keine Frage von Tools. Es ist eine Frage von Struktur, Kommunikation und dem richtigen Verständnis dafür, was Technologie leisten kann – und was nicht.
In dieser Folge des offiziellen Podcasts zum BIG BANG KI FESTIVAL spricht Host Ayşe Mese mit Larissa Mikolaschek, Head of Tech bei SESTdigital.
Larissa Mikolaschek kommt aus der Mathematik und Informatik, hat KI-Systeme selbst entwickelt und ist heute an der Schnittstelle zwischen Technik und Unternehmensrealität unterwegs. Beim diesjährigen Big Bang KI Festival hält sie eine Keynote darüber, wie man sich ein eigenes Team aus KI-Assistenten aufbauen kann.
Im Gespräch wird klar: Nicht die Technologie entscheidet über den Erfolg von KI in Unternehmen – sondern die Qualität des System Prompts, die Knowledge Base dahinter und die Bereitschaft, Mitarbeitende wirklich mitzunehmen.
Die zentralen Themen dieser Folge:
🔸 Von der Theorie in die Praxis: Wie Larissa von der Mathematik zur KI-Strategieberaterin wurde 🔸 Warum fast die Hälfte des KI-Aufwands in Unternehmen ein menschliches Thema ist 🔸 Wo gute technische Lösungen scheitern – weil die Belegschaft sie nicht kennt oder versteht 🔸 Was eine Lösung von einer ungenutzten Lösung unterscheidet: erst der Schmerz, dann das Tool 🔸 Was KI-Assistenten sind – und warum sie schneller aufgesetzt sind als gedacht 🔸 Über 80 KI-Assistenten im eigenen Unternehmen: wie ein System aus spezialisierten Helfern entsteht 🔸 Der häufigste Fehler beim Aufbau: zu viel von einem einzigen Assistenten zu wollen 🔸 Warum der System-Prompt und die Knowledge Base entscheidender sind als das Sprachmodell 🔸 Woran man erkennt, ob ein Unternehmen KI-ready ist – und was das wirklich bedeutet 🔸 Warum KI-Readiness kein einmaliger Zustand ist, sondern kontinuierliches Lernen 🔸 Wo die größte Reibung bei der KI-Einführung entsteht: Betriebsrat, HR und das Thema Angst 🔸 Frauen in der IT: Warum KI neue, unbesetzte Rollen schafft – und warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist 🔸 Diversität als Business Case: Warum KI-Systeme diverse Teams brauchen, um für alle zu funktionieren 🔸 Lieblingstool: Google NotebookLM – für Wissensaufbereitung, Mindmaps und Präsentationsideen 🔸 Prompt-Tipp: Die KI Fragen stellen lassen, statt selbst zu prompten – Schritt für Schritt zum besseren Ergebnis 🔸 Wunsch beim Festival: ein Female-AI-Tisch – und ein Breakfast, das genau das möglich macht
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Transkript anzeigen
00:00:00: Es gibt aktuell eigentlich kein Unternehmen, in dem KI kein Thema ist mehr.
00:00:04: Sei es bewusst oder unbewusst?
00:00:06: Ja, es gibt schon noch Unternehmen wo die Geschäftsführung vielleicht sagt, nee, eigentlich setzen wir uns damit doch nicht auseinander.
00:00:11: sollten wir mal aber selbst in diesen Unternehmen, ja genau!
00:00:14: Wir schauen mal ob sich das durchsetzt mit der KI so ungefähr.
00:00:17: Aber selbst in diesem Unternehmen sind alle Mitarbeitenden dann schon dabei ChatGPT, irgendwelche Build Prompts und alle möglichen Tools zu verwenden.
00:00:26: also dass sie die Ausgangslagen
00:00:27: hier haben.
00:00:35: Willkommen beim Big Bang Podcast, dem offiziellen Podcast zum Big Bang KI Festival.
00:00:40: In dieser Woche oder in der Folge geht es um eine sehr konkrete Frage – wie arbeitet man eigentlich wenn man nicht nur einzelne Tools nutzt sondern ein ganzes System aus KI-Assistenten aufbaut?
00:00:51: Ich bin Ayesha Mese, Festivalhost des Big BangKI Festivals und CEO von DUP Unternehmer.
00:00:58: Meine heutige Gästin ist Larissa Mikolasek, Head of Tech bei Sest Digital.
00:01:05: Ich hoffe ihr sprecht das richtig aus sonst müsst du mich gleich nochmal korrigieren.
00:01:07: und Vorständen im Arbeitskreis AI by BITCOM.
00:01:11: Sie beschäftigt sich intensiv damit, wie sich Arbeitsprozesse verändern wenn KI nicht punktuell eingesetzt wird sondern strukturell in den Alltag integriert ist.
00:01:20: Also das was uns alle aktuell ein bisschen bewegt.
00:01:23: Beim diesjährigen Big Bang KI Festival wird sie eine Keynote halten und zeigen wie man sich ein eigenes Team aus KI Assistenten aufbauen kann.
00:01:30: ich bin schon sehr gespannt Larisa!
00:01:33: Ich freue mich dass du heute dabei bist.
00:01:35: Ja danke für die Einladung
00:01:37: Larissa, du kommst aus der Mathematik und Informatik.
00:01:41: Und arbeitest heute sehr anwendungsnah.
00:01:46: Gibt es oder gab's einen Moment in dem Du gemerkt hast ich will nicht nur bauen sondern auch vermitteln?
00:01:52: Ja also muss ich vielleicht so ein ganz bisschen ausholen, genau da hat es ja schon gesagt.
00:01:56: Also ich bin eigentlich voll Bluteckier sozusagen im Grunde meines Herzens.
00:02:00: also habe sie ganz theoretisch mal gestartet mit Mathematikstudium wo man sich lange und theoretisch über einzelne Themen Gedanken macht und das waren wir dann aber so gegen Ende des Bachelors auch schon ein bisschen zu nur theoretisch.
00:02:14: Da wollte ich schon mehr in die Anwendung, so kam die Informatik dann hatte schon erste Berührungspunkte mit Programmierung wenn wirklich in die Softwareentwicklung gegangen Auch gleichzeitig, da kam so die künstliche Intelligenz bei mir auch mit auf.
00:02:28: Die ich einerseits entwickelt habe und implementiert hab wo man dann aber auch sehr schnell sieht ja das eine ist so die technologische Seite klar Algorithmen Modelle Aber jetzt in Unternehmen gerade fast die Hälfte des ganzen Auffahns rund um KI ist auch wirklich ein menschliches Thema und es geht darum, dass Leute das einsetzen können.
00:02:47: Dass Leute das auch verstehen weil ansonsten bringt die schönste Technologie nichts.
00:02:51: und das habe ich relativ schnell dann auch gesehen und so ja kam ich auch an diese Schnittstelle war dann im Projektmanagement zuerst und bin da wirklich Stück für Stück in die Strategie gegangen was jetzt auf der Fokus wirklich bis heute ist.
00:03:06: Ja interessant!
00:03:07: Was treibt dich denn in deiner Arbeit an?
00:03:10: Ist das die Neugier, Effizienz oder irgendwas ganz anderes?
00:03:13: Wahrscheinlich ein bisschen was von alle dem.
00:03:15: Also jetzt gerade bei KI ist es besonders der Antrieb dass man wirklich merkt, dass man da ja so ein bisschen Teil von etwas ganz Großem gerade isst.
00:03:24: also KI ist ja sich kein neues Thema gibt's schon ganz lange war auch schon zu Studienzeiten Thema.
00:03:30: aber wir haben ja alle bemerkt wie das dann wirklich an Fahrt aufgenommen hat und die Größe dieses Momentums das hier entstanden Das hat doch auch Profis teilweise überrascht und da mit dabei zu sein, die Chance haben das voranzutreiben.
00:03:45: Und eben auch Leute mitzunehmen auf diesem Weg.
00:03:48: Das ist schon etwas was mich sehr stark antreibt und ja wie viel das einem gibt.
00:03:55: im Prinzip also was für eine positive gute Resonanz man da auch bekommt weil Leute haben wirklich Lust auf das Thema.
00:04:01: Also KI ist so eines der Transformationsthemen, nicht jede Transformation wird ein Unternehmen gerne gesehen, nicht jeder Transformation mögen die Mitarbeitenden aber bei der künstlichen Intelligenz ist es so dass einem da schon sehr viel Neugier begegnet, dass sie Leute richtig Lust haben da was zu machen und deswegen macht er sich auch einfach enorm viel Spaß dieser Arbeit die ich mache.
00:04:23: Ja, wie schön!
00:04:25: Du beschreibst dich ja selbst als jemand der zwischen Techies und dem Rest der Welt vermittelt.
00:04:29: Das ist natürlich klar wenn man so begeistert ist für das Thema.
00:04:33: Was ist denn aus deiner Perspektive das größte Problem bei dieser Vermittlung?
00:04:37: Das
00:04:37: größte problem bei dieser Vermittlung ist dass die ganz häufig einfach gar nicht stattfindet also hier überhaupt keine teilweise wirklich in Unternehmen und generell wenig Kommunikation so zwischen den Techies ein bisschen dem Elfenbeintrug mit dem Dinge entwickelt werden und den letztendlichen Anwenderinnen und Anwendern besteht.
00:04:58: Und überhaupt mal das zu öffnen, dass ist meistens der erste Schritt also überhaupt für einen Austausch zu sorgen und dann klar geht es auch darum die richtige Flughöhe zu finden Leute abzuholen.
00:05:10: aber der erste und größte Schritt ist wirklich überhaupt mal da die Leute zusammenzubringen
00:05:20: Und das hört man ja sehr viel.
00:05:24: Wo gehen gute technische Lösungen verloren, weil sie nicht richtig erklärt oder eingeordnet werden?
00:05:29: Das eine ist ja, dass man ein tolles neues Tool oder Technik oder was auch immer hat und das andere wenn das keiner kennt oder nicht weiß, was man damit machen soll.
00:05:37: Dann bringt das ja alles nichts.
00:05:39: Ja vielleicht hier auch ein Beispiel also ich habe es wirklich schon beobachtet in relativ großen Unternehmen auch die technologisch super aufgestellt sind eigene IT, vielleicht sogar eine KI Abteilung dass da Super Tools entwickelt wurden, wie ich mir angeschaut habe wo ich dachte wow okay super Plattform und dass die aber wirklich daran gescheitert sind, dass das nicht richtig ausgerollt wurde.
00:06:03: Dass wir dann in Belegschaften reingegangen sind, die teilweise im extremsten Fall gar nicht wussten, dass es diese Tools überhaupt gibt oder halt nicht wusste wie sie sie einsetzen können was das ihnen bringt.
00:06:13: also deswegen ich meine ja das ist eben so die technologie ist maximal so fünfzig prozent.
00:06:17: die muss natürlich stimmen.
00:06:19: aber selbst mit einer sehr guten technologie kann man noch scheitern und da habe ich tatsächlich einige relativ konkrete beispiele auch für sehen, wo man dann eben genau von der anderen Seite wirklich nochmal anpacken muss.
00:06:33: Und was macht denn aus deiner Sicht und vielleicht auch aus seiner Erfahrung vor allem den Unterschied zwischen einer guten Lösung und einer die auch genutzt wird?
00:06:44: Naja prinzipiell ist Technologie und KI besonders einfach immer mittel zu einem Zweck oder kein Selbstzweck.
00:06:51: und ganz häufig beobachte ich aktuell das Unternehmen einfach irgendwie KI einsetzen, weil man halt jetzt KI einsetzt und das alle irgendwie so machen.
00:07:01: Und wir holen uns auch mal so eine KI.
00:07:04: Das ist ein ziemlich sicherer Weg wie man zu einer Lösung kommt die kein Mehrwert stiftet und die dann dementsprechend nicht gerne genutzt wird.
00:07:12: also in allen Workshops, in allen Anwendungsfindungen, die wir irgendwie mit begleiten da geht es immer primär mal darum hey wo drückt der Schuh denn gerade?
00:07:21: was wollen wir eigentlich erreichen?
00:07:24: Dann ist erst die nächste Frage könnte KI dafür vielleicht ein mögliches Werkzeug sein, können wir das dafür verwenden?
00:07:30: Und wenn man so mit diesem Ziel vor Augen auch in diese Transformation reingeht, arbeiten alle gemeinsam auf genau dieses hin und dann kommen wir auch zu einer guten Lösung.
00:07:44: Du wirst ja bei uns auf dem Big Bang K.I.-Festival in deiner Keynote über ein Team von KI-Assistenten reden, das ist ja besonders spannend und seit Mitte letzten Jahres auch in aller Munde.
00:07:57: was verändert sich wenn man beginnt in solchen System zu denken?
00:08:00: Was hast du an dir selbst beobachtet?
00:08:02: Ja also KI Assistenten ist eines der immer noch vorherrschenden Themen Workshops und auch gerade ein beginnerfreundliches Thema übrigens, deswegen auch für das Big Bang KI Festival.
00:08:16: Da wird sich dann jeder damit identifizieren können und jeder das mal ausprobieren können.
00:08:21: Es geht darum dass wir wegkommen davon einfach nur ein mit irgendwelchen externen Daten generisch trainiertes große Sprachmodell zu verwenden Hinzu, ich habe ja wie verschiedene Varianten.
00:08:33: Also diese Assistenten vom Sprachmodell die ganz genau meine Aufgabenstellung kennen, mein Hintergrundwissen kennen, die eine globale Arbeitsanweisung also diesen System fromt haben das sind KI-Assistenten.
00:08:46: und das aufzusetzen braucht an sich, also jeder der ein ChatGPT und Co bedienen kann, kann auch einen KI-Assistenten aufsetzen.
00:08:53: Denn technisch ist da nicht mehr dabei.
00:08:56: aber ich komme eben weg von generischen Antworten hin zu Systemen die mich und meine Aufgaben stückweit kennen.
00:09:03: und das ist ein ziemlich großer Hebel.
00:09:06: klar man kann auch nicht alle Herausforderungen im Geschäftsalltag damit lösen.
00:09:11: aber man sieht ganz oft dass man schon viel schafft und sieht dann vielleicht auch, hey okay wo brauche ich vielleicht doch nochmal eine größere Lösung?
00:09:18: oder wo muss ich vielleicht noch mal weiter schauen.
00:09:20: Und genau ich meinte jetzt das ist ein KI-Assistent interessant wird es halt.
00:09:25: darum würde es dann auch im Vortrag gehen wenn man für verschiedene Aufgaben verschiedene KI Assistenten hat ähnlich eigentlich wie menschlichen Team da macht er dann einer des Projektmanagement einer Marketing eines in der ist für rechtliche Themen zuständig und ganz ähnlich schaut das dann auch so im KI-Team.
00:09:43: Also bei uns intern sind es mittlerweile über Achtzig KI-Assistenten, die da im Einsatz sind für verschiedenste Aufgabenfelder.
00:09:50: Die teilweise mittlerweile sogar auch zusammenspielen miteinander verbunden sind.
00:09:54: und ja das wird dann richtig interessant.
00:09:58: Ja klingt sehr spannend!
00:09:59: Was ist denn der häufigste Fehler wenn Menschen versuchen so ein Setup aufzubauen?
00:10:04: Was habt ihr da beobachtet?
00:10:06: Genau also der häufigeste Fehler ist zu viel auf einmal von einem Assistenten zu wollen.
00:10:14: Also gerade am Anfang je spezieller die Aufgabe ist, desto besser... Ich habe Beispiel Marketingassistent zum Beispiel dann beobachtet okay ich wollte jetzt sollte ein Assistent aufgesetzt werden der Newsletter schreiben kann Posts Videos Kripte am besten noch schöne Bilder erstellen kann also so diese ganze Bandbreite der Marktaufgaben die es halt gibt.
00:10:34: das ist zu viel gewollt.
00:10:36: sondern am Anfang lieber naja ich mache einfach nur den Assistenten der mir die Newsletter erstellt Beispielsweise oder einen für Videos usw.
00:10:46: Also je spezieller, desto besser.
00:10:48: und dann eben auch klein starten.
00:10:50: Und wo entsteht der größte Hemel?
00:10:52: eher in der Technik oder in einer Struktur
00:10:54: dahinter?
00:10:54: Definitiv in der Struktur Dahinter.
00:10:56: also Für den KI-Assistenten gibt es zwei Komponenten.
00:11:01: Das sind auch die zwei Hebel, einerseits der Systemprompt und dann wirklich die Knowledge Base.
00:11:06: Und das ist so die Struktur.
00:11:08: Je besser ich meinen Kontextwissen aufgearbeitet habe, je klarer ich das zur Verfügung stelle, je besser das passt... desto besser werden die Ergebnisse.
00:11:17: Und dann muss ich mir eben später beim Prompten, beim Einsatz selber gar nicht mehr so viele Gedanken machen sondern kann den einfach verwenden wenn einmal die Struktur stimmt und die Technologie ist in diesem Fall eigentlich gesetzt.
00:11:31: Du arbeitest ja auch als Strategieberaterin.
00:11:35: Woran erkennst du denn bei den Unternehmen, die du so siehst ob das schon bereit ist KI sinnvoll einzusetzen?
00:11:42: Da gibt es sicherlich Unterschiede.
00:11:44: Ja absolut also sehr Ja, also fangen wir mal so an.
00:11:49: Es gibt aktuell eigentlich kein Unternehmen in dem KI kein Thema ist mehr sei es bewusst oder unbewusst.
00:11:56: ja es gibt schon auch Unternehmen wo die Geschäftsführung vielleicht sagt nee eigentlich setzt muss damit noch nicht auseinander.
00:12:01: sollten wir mal aber selbst diesen unternehr genau.
00:12:03: Wir warten auf sich das durchsetzen mit der KI so ungefähr.
00:12:07: Aber selbst in diesen Unternehmen sind alle Mitarbeiter dann schon dabei ChatGPT Bild Prompts alle möglichen Tools zu verwenden.
00:12:15: Also das ist die Ausgangslage wir hier haben.
00:12:18: Unternehmen, von denen man wirklich sagen kann die sind KI-ready wie man ja auch sagt bei denen hat das Ganze eine Struktur.
00:12:25: Das fängt immer damit an dass die Führungskräfte wirklich ein See Level das auch sagt hey wir setzen KI ein nämlich in dieser und dieser Form, dass das schon gesteuert ist ne Strategie vorgegeben ist, dass aber auch schon in die Belegschaft transportiert und kommuniziert wird weil ist auch so ein zweiter Fehler oder was, wenn man da nicht KI-ready ist.
00:12:48: Wenn einfach nur die Geschäftsführung sagt hey wir sind jetzt AI First, sind jetzt KI Vorreiter und die Belegschaft weiß noch gar nichts davon oder kennt sich mit KI noch nicht aus?
00:12:56: Also es braucht tatsächlich beides startet mit Führungskräften aber dann das ausrollen, so in die Belegschaft da die Leute mit reinzunehmen.
00:13:06: Dann kann man wirklich von KI Readiness sprechen und ich kenne viele Organisationen, die schon auf einem sehr guten Stand sind.
00:13:14: was man bei denen sieht ist jetzt auch nicht ein Zustand den man einmal erreicht und dann bin ich halt KI Ready, dann habe ich den Haken für immer gesetzt sondern es ist so ein kontinuierliches Lernen und Weiterentwickeln dass da läuft.
00:13:29: also alleine die Technologie entwickelt sich natürlich ständig weiter.
00:13:33: Es ist kontinuierliche Weiterbildung, neue Use-Cases die man mit dazu nimmt, Systeme die man erweitert, Datenbasis die man auch kontinuerlich aufbaut.
00:13:42: also AI Ready ist so der Ausgangspunkt damit man in diese Iteration dann starten kann.
00:13:49: Und was wird denn unterschätzt wenn aus ersten Experimenten die man da macht Arbeitsprozesse werden sollen?
00:13:57: Am Anfang ist es ja mal ganz schön wenn man ein bisschen gefühlt damit spielt.
00:14:01: Aber wenn es dann ernst werden soll, was sind so die Punkte?
00:14:06: Ja gibt einige Punkte, die da unterschätzt werden.
00:14:12: Ja, dieses Herumspielen experimentieren ist sehr wichtig.
00:14:15: Aber es braucht darüber hinaus schon auch eine ziemlich konkrete Führung, wohin das Ganze laufen soll.
00:14:21: Also ich beobachte immer wieder wie dann vielleicht einfach ein KI-Tool eingekauft wird, vielleicht ne Grundschulung mal stattfindet oder im Prinzip so Lizenzen ins Team geworfen werden und dann so hey okay macht damit was schönes, probiert mal aus Das wird zu nichts führen.
00:14:38: Also klar, dann schreiben sich die Leute vielleicht mal eine schöne E-Mail oder ein Konzept mit der KI aber so... das ist so die Spitze des Eisbergs an der man da steht.
00:14:46: also es braucht schon ne Strategie und vor allem auch viel Kommunikation rund um das Thema.
00:14:52: Das ist definitiv so im Schlüssel.
00:14:54: Und auch was wir so beobachten, dass häufig fehlt.
00:14:59: Und was ich immer ganz spannend finde in den Unternehmen, wo man KI einführt.
00:15:05: Wo entsteht die größte Reibung?
00:15:07: Wo entstehen die größten Themen, die man dann auf einmal lösen muss?
00:15:12: Unterschiedlich also häufig bei größeren Unternehmen.
00:15:16: klar gibt es Themen rund um Betriebsrat und ähnliches oder auch in HR weil da einfach teilweise berechtigter Maßen am Anfang Skepsis herrscht, so hey was passiert denn mit dieser KI?
00:15:28: Welche Auswirkungen hat es auf Jobs und Arbeitsplätze.
00:15:32: Und das ist auch ein Thema dem wir zum Beispiel auch mit ganz viel Kommunikation begegnen.
00:15:37: Wir haben auch ganz viele eigene Betriebsratsschulungen zum Beispiel schon gemacht... Wo man wirklich, da geht es häufig darum Berührungspunkte zu schaffen erst mal.
00:15:47: Also ich kam in so einer Schulung und das fand ich ganz lustig.
00:15:51: im Feedback-Runde die wir dann immer am Schluss machen hat dann einer gesagt, hätte ich gewusst dass das diese KI ist?
00:15:56: Dann hätte ich da gar nicht so Angst vor gehabt oder dann hätte ich mir da keine Sorgen gemacht weil klar solange man sich damit nicht auseinander gesetzt hat die Leute haben teilweise auch viel zu extremes Szenarien im Kopf, was KI vielleicht auch schon kann oder was sie machen wird.
00:16:12: Also so ein bisschen Realismus da reinzubringen und das einfach mal auch wirklich selber auszuprobieren.
00:16:18: Das hilft da sehr.
00:16:19: Und es muss jetzt nicht jedem Unternehmen KI-Fan und KI Vorreiter sein.
00:16:25: Es sollte gar nicht die Mission sein aber schon diesen Berührpunkt zu schaffen Ängste zu nehmen den auch zu begegnet das auch ernst zu nehmen weil wie gesagt ist es eine Transformation Der muss man schon auch begegnen.
00:16:40: Ja, jetzt kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen nämlich Frauen und IT und Frauen und KI.
00:16:48: Ich bin da auch sehr engagiert in dem Thema Du auch wie ich gelesen habe vor allem mehr Frauen für das Thema IT zu begeistern.
00:16:58: Was glaubst du?
00:17:01: Woran hakt das denn immer noch?
00:17:02: Weil man hätte das Gefühl, man spricht ja jetzt schon seit Jahren Jahrzehnten womöglich.
00:17:07: und was ist immer noch das Problem.
00:17:09: Ja es ist ein bisschen zweigeteilt.
00:17:13: also einerseits klar es fehlen einfach immer noch teilweise so ein bisschen Vorbilder, an denen man sich orientieren kann.
00:17:21: Das ist auch, warum ich zum Beispiel super finde dass wir heute sprechen, warum Ich viel in die Kommunikation gehe, Warum ich auch versuche Es gibt so viele tolle Frauen In der IT und KI Den Wo immer es irgendwie geht eine Bühne zu bieten Die sichtbar zu machen.
00:17:35: Ein anderer Faktor ist Wir als Frauen müssen uns auch einfach mal wirklich trauen und das bringt wirklich was oder so ein bisschen über den Schatten zu springen.
00:17:45: Da, da kann man total gut zum Motivieren aber ich finde es ist ein bisschen... Kann man sich da auch manchmal an die eigene Nase fassen?
00:17:51: Und vielleicht auch andere motivieren.
00:17:52: so hey jetzt probiert doch diese Tour auspackt es einfach mal selber an!
00:17:57: Das Schöne ist wenn man das nämlich macht.
00:17:59: also zB habe ich früher immer wieder mit der Hecker-School vielleicht sagt ihr dir etwas
00:18:05: Ja genau Die sind auch sehr bei uns im Testjahr eingebunden.
00:18:08: Ja, super!
00:18:08: Grüße an Julia.
00:18:12: Und da gibt es ja auch immer wieder die Programmierkurse speziell für Girls.
00:18:16: was aber jetzt nicht nur Mädchen sondern auch bis Frauen im hohen Alter ich glaube die älteste Teilnehmerin war mal seventy-fünf die ich dann in so einer Session sitzen hatte die damit dabei waren und was man da eben sieht total begeistert.
00:18:29: Und auch ähnlich wie bei der KI, ähnlich wie beim letzten Beispiel, sagen dann so wow okay hätte ich nicht gedacht dass das so einfach ist.
00:18:35: ein Schulmädchen hat sogar mal gesagt hey ich wusste nicht dass Frauen überhaupt programmieren können, dass so etwas geht und die gehen natürlich aus so einer Session ganz anders schon raus.
00:18:44: also es war ja ein zweistündiger Berührungspunkt.
00:18:46: mal da kann man glaube ich noch sehr viel machen und ist auch hier sehr viel Kommunikation.
00:18:54: Ja Wir haben ja eben schon viel über das Thema KI gesprochen.
00:18:58: Was ist dein Gefühl oder vielleicht hast du ja auch schon Daten dazu?
00:19:05: Entstehen für Frauen dadurch neue Zugänge, oder manifestieren sich einfach die Muster, die es schon vorher gab und das bleibt gleich schwer oder wird schwieriger für Frauen in das Thema reinzukommen und mitzugestalten womit?
00:19:20: Nee im Gegenteil ab.
00:19:22: wir sind hier gerade in einem Feld.
00:19:24: also KI ist zwar an sich nicht neu, aber wie es in Unternehmen übersetzt wird.
00:19:29: Das sind schon neue und auch ganz neue Geschäftsfelder die sich gerade auf tun.
00:19:35: Wo es entstehen komplett neue Rollen gerade, neue Berufsfelder die noch nicht besetzt sind.
00:19:41: Die sind noch nicht irgendwie traditionell männlich besetzbar.
00:19:44: Es gibt sie ja bisher noch gar nicht.
00:19:46: Das heißt ich glaube wir sind hier gerade an einem Punkt von einer ganz großartigen neuen Chance weil Frauen hier auch wirklich neues neue Felder besetzen können und neue Positionen einnehmen können die ist so vorher noch gar nicht gab.
00:19:59: Deswegen ist glaube ich jetzt auch so ein ganz kritischer Zeitpunkt, weil den Zug den dürfen wir auch nicht verpassen auf der anderen Seite, weil das es jetzt gerade entstehen, jetzt gerade so dass das Momentum drin und die ganzen Rollen, die sich da auch ergeben sind auch nicht nur technische Rollen.
00:20:16: also Frauen sind super in technischen Berufen.
00:20:19: Ich bin ja selber voll Blutecchi aber natürlich nicht jeder, aber das sind auch sehr menschliche rollen.
00:20:25: Da geht es dann darum, natürlich auch Wissen zu verwalten, Agents vielleicht später sogar aufzuverwalten und das sind ganz spannende neue Aufgabenfelder wo glaube ich für uns tolle Chancen auch als Frauen liegen?
00:20:39: Ja das hoffe ich auch.
00:20:43: wenn wir also unabhängig von dem Frauenthema ist das Thema Diversität an sich ja ein wichtiger Punkt in der Diskussion.
00:20:50: was müsste sich denn konkret ändern damit wir eben mehr Diversity im Checkbereich haben.
00:20:56: Also das ist auch in der Realität so gelebt wird, ne?
00:20:58: Weil man hat das Gefühl dass eine Männer dominierte Branche jetzt von Männern definiert wird weil die ja auch die meisten Daten füttern und am Ende kommen männliche Perspektiven raus.
00:21:09: Also von Unternehmen muss Diversität einfach noch viel mehr als Business Case gesehen werden.
00:21:15: Der es ja auch tatsächlich ist.
00:21:17: also häufig ist es sowieso eine Checkbox.
00:21:19: Ja okay jetzt brauchen wir ein diverses Team.
00:21:22: aber Was man ja verstehen muss, KI-Modelle leben ja nur von den Daten und damit auch von den Leuten die diese Systeme implementieren.
00:21:31: Und diese Systemen müssen danach auf die gesamte Gesellschaft und Belegschaft funktionieren und sollten niemals nur von einem kleinen Bruchteil hier entwickelt werden.
00:21:40: Also das ist so das erste, da wirklich nochmal diese Dringlichkeit zu erhöhen.
00:21:45: Das ist kein nice to have dass wir diverse Teams in der KI haben es ist ein absolutes Mast.
00:21:51: Damit sollte dann auch ein hergehen.
00:21:53: Klar, ich kenne es von mir selber irgendwie so vor den ersten Jobs.
00:21:56: Ich hatte teilweise Glück aber natürlich waren das immer eher männlich dominierte Teams und das wurde dann schön abgefedert.
00:22:05: Aber ich kenn's auch vom Kollegen, die einfach auf kein besonders freundliches Umfeld da gestoßen sind.
00:22:13: Und du willst ja auch nicht die Exoten sein und vielleicht gar nicht so erwünscht sein.
00:22:17: Also teilweise können die Unternehmen schon noch sehr... daran arbeiten, wie sie auch diese Stellen besetzen und auch was für ein Umfeld sie da schaffen.
00:22:25: Dass sich dann eben Kandidatinnen wirklich angezogen fühlen von diesen Positionen?
00:22:33: Ja also so sollte das ja auch möglich sein.
00:22:36: wenn wir sehen es sind immer mehr Mädchen in naturwissenschaftlichen Bereichen mittlerweile unterwegs die Veränderung gibt's ja schon.
00:22:43: jetzt muss man die halt auch den Rest des Weges nochmal gut begleiten glaube ich.
00:22:48: Ich habe gegen Ende immer noch so zwei Fragen aus dem KI, aus der KI Praxis die mich immer besonders interessieren.
00:22:56: Die ich allen unseren Gästen und Gästinnen stelle.
00:22:59: welches KI Tool ist denn aktuell dein favorite beruflich oder privat?
00:23:02: Oder vielleicht ist es auch ein und dasselbe?
00:23:06: Ja gut also neben unserer allgemeinen KI Plattform, die ich natürlich täglich nutze.
00:23:10: Aber jetzt gerade noch ein AI-Tool, dass sich beruflich wie privat eigentlich viel nutze und das sich total weiterentwickelt hat als Notebook LM von Google.
00:23:20: Also das mit dem ich ja in meinem Fall sind häufig wissenschaftliche Paper aktuelle Studien kann man da alles reinziehen in so einen Notebook eben oder in so einem kleinen Hub.
00:23:30: Kann sich da erst mal Podcast daraus generieren lassen.
00:23:33: Supergute Visualisierungen, Mindmaps die zusammenhängen mittlerweile sogar eine Video Erklärung.
00:23:39: es ist ein Tool von Google das zur Wissensaufbereitung da ist und dass auch noch mal so ein paar Upgrades bekommen hat in letzter Zeit die mich auch wirklich also ich bin auch selber immer wieder baff von der von der KI und was das alles richtig ist.
00:23:56: Das kann ich jedem nur empfehlen.
00:23:56: man kann es auch kostenlos ausprobieren auf diese Mindmapse-Erklärungen immer mal wieder für Vorträge, wenn man da auf gute neue Ideen kommt.
00:24:05: Kann ich also absolut empfehlen!
00:24:08: Und gibt es einen bestimmten Prompt oder eine Denkweise?
00:24:11: Oder ein kleines Trick im Umgang mit der KI?
00:24:13: jetzt wo wir eine Expertin hier am Start haben muss sich das natürlich fragen den du empfeheln kannst?
00:24:19: Ja vielleicht mein Lieblingsprompt aktuell oder Lieblinsassistent aktuell ist einer zur Prozessoptimierung haben wir mal prompt auch ein bisschen umfangreicher und prompt ausformuliert.
00:24:31: Und ich benutze KI prinzipiell super gerne, auch um mich selber zu challenging oder uns zu challenge einfach mal zu sagen hey hier ist der status quo was wir gerade haben?
00:24:41: Was könnten wir denn dann vielleicht besser machen?
00:24:42: wo sind schwachstellen?
00:24:44: und das kann dieser prompt sehr gut?
00:24:46: oder es kann auch so einen prozessoptimierungsassistent gut und da steckt so ein kleinerer trick mit drin.
00:24:52: was ich bei KI gerne mache ist eben dieses sparing in Sparing zu gehen und den Spieß umzudrehen, also die KI mich Fragen stellen zu lassen.
00:25:00: So hey ich hab das Ziel dieses und dieses Konzept zu erstellen.
00:25:04: beispielsweise stellen wir doch mal fünf Fragen, die du beantwortet brauchst damit dass wirklich gut wird und wirklich so Schritt für Schritt vorzugehen.
00:25:13: Und am Ende nochmal unsere traditionelle Abschlussfrage.
00:25:16: Mit wem würdest du gerne beim Big Bang KI Festival essen gehen?
00:25:20: Das kann Lunch oder Dinner sein, wir haben ja ein ganz spannendes Line-Up mittlerweile und auch sehr, sehr interessante Gäste und Teilnehmende vorbekommen.
00:25:28: Ja auf jeden Fall!
00:25:28: Ich würde mir einen Lunchtable mit den ganzen tollen KI Frauen wünschen die ihr von denen ihr einige eingeladen habt.
00:25:37: Hab zum Beispiel die liebe Elisabeth Elorange dabei gesehen einige mehr, also wenn wir da mal so ein Tisch fünf sechs Frauen zusammen bekommen und da uns schön austauschen können das wäre super.
00:25:51: Also was ich sagen kann schon?
00:25:52: Wir haben mit der Hamburg Media School die in Hamburg so Female AI Dinner organisiert einen female AI Breakfast geplant.
00:26:02: Das ist dann am siebzehnten morgens findet das statt.
00:26:06: Da bist du natürlich auch herzlich eingeladen Und das sind alles Frauen aus dem Bereich AI-Umfeld, die das auch in der Praxis gerade leben.
00:26:16: Also vielleicht ist das ja ganz spannend.
00:26:17: Ja, hervorragend!
00:26:18: Freu ich mich drauf.
00:26:19: dann wird es nicht der Landstunde des Frühstückes auch sehr gut.
00:26:23: Larissa, danke dir für dieses Gespräch.
00:26:26: was hängen bleibt?
00:26:26: Der Unterschied liegt nicht in der Technologie selbst sondern darin wie wir sie strukturieren und in unsere Arbeit einbinden.
00:26:34: Wenn euch genau solche Perspektiven interessieren, dann lohnt sich ein Besuch beim BigBank KI Festival.
00:26:45: Und
00:26:51: wenn euch diese Folge gefallen hat, lasst Kommentare da,
00:27:05: abonniert den Podcast
00:27:06: und hört auch bei der nächsten Folge wieder rein.
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