Laura-Lena Förster: KI, Demokratie und die Zukunft des unabhängigen Journalismus
Shownotes
Wir leben in einer Zeit ohne Informationsdefizit – aber mit wachsender Orientierungslosigkeit. Zwischen Social Media, KI-generierten Inhalten und politischer Polarisierung stellt sich für viele die Frage: Wem kann man noch glauben? Und welche Rolle spielen Medien in dieser Gemengelage?
In dieser Folge des offiziellen Podcasts zum BIG BANG KI Festival spricht Host Ayşe Mese mit Laura-Lena Förster, stellvertretende Chefredakteurin des Stern.
Förster beschreibt Journalismus als Aufgabe, neugierig auf die Welt zu machen, Zusammenhänge verständlich zu erklären und zugleich Haltung zu zeigen – für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Gerade in Zeiten, in denen politische Akteure diese Werte nicht selbstverständlich verteidigen, sieht sie Medien in einer besonderen Verantwortung.
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. KI unterstützt Redaktionen bereits bei Datenanalyse, Dokumentenauswertung oder Rechercheansätzen. Gleichzeitig warnt Förster vor fehlender Kennzeichnung KI-generierter Inhalte – insbesondere bei Bildern und Videos. Transparenz sei hier keine Option, sondern Pflicht. KI könne Prozesse beschleunigen, ersetze aber nicht die klassische Reporterarbeit: das Gespräch vor Ort, das Erfassen von Zwischentönen, das Einordnen von Stimmungen.
Sorge bereitet ihr vor allem, dass Informationen im Netz oft ungeprüft übernommen und weiterverbreitet werden. Gleichzeitig erkennt sie in digitalen Plattformen auch eine Chance für Aufklärung und Austausch. Entscheidend sei, Absender und Absichten von Inhalten kritisch zu hinterfragen – und journalistische Arbeitsweisen transparenter zu machen.
Auch über Führung spricht Förster offen. In Zeiten ständigen Wandels brauche es Orientierung, Klarheit und Dialog auf Augenhöhe. Führung dürfe nicht mehr top-down funktionieren, sondern müsse Wertschätzung und Zielklarheit verbinden. Besonders jungen Frauen rät sie, im Journalismus mutig zu sein: Ideen pitchen, eigene Formate entwickeln, Kanäle ausprobieren. Die Möglichkeiten, sichtbar zu werden, seien größer denn je.
Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie Journalismus im digitalen Zeitalter Orientierung schaffen kann – zwischen technologischem Fortschritt, gesellschaftlicher Verantwortung und der Frage, wie Vertrauen neu entstehen kann. –
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Transkript anzeigen
00:00:00: Am meisten Sorge bereitet mir, dass Menschen Informationen ungefiltert annehmen, übernehmen und weiter tragen.
00:00:10: Ohne in Frage zu stellen, wer ist denn überhaupt der Absender?
00:00:14: Was möchte jemand mit dieser Information bezwecken?
00:00:16: Woher kommt die Information überhaupt?
00:00:19: Das finde ich sehr schwierig!
00:00:30: Willkommen zurück zu einer neuen Folge des Big Bang Podcasts, dem offiziellen Podcast zum Big Bang KI Festival in dem wir darüber sprechen wie sich unsere Welt durch Technologie, Medien und gesellschaftliche Debatten verändert.
00:00:43: Ich bin Aische Mese, Festivalshost des Big Bank KI Festivals und CEO von Dub Unternehmer.
00:00:49: Mein heutiger Gast ist eine der profiliertesten Stimmen wenn es um Journalismus Gesellschaften und den Umgang mit digitalen Umbrüchen geht.
00:00:57: Laura Lena Förster, stellvertretende Chefredakteurin beim Stern.
00:01:02: Mit ihr spreche ich heute darüber wie Medien Verantwortung übernehmen, wie sich journalistische Arbeit durch KI verändert und was wir als Gesellschaft daraus lernen müssen.
00:01:12: Ich freue mich sehr auf unser Gespräch liebe Laura!
00:01:15: Ich freue auch mich.
00:01:16: vielen Dank für die Einladung.
00:01:17: schön dass wir heute miteinander sprechen können
00:01:21: Laura, wenn du deine Arbeit auf ein Kern bringen müsstest.
00:01:25: Wofür stehst du journalistisch und was treibt dich dabei an?
00:01:30: Ich möchte in allererster Linie neugierig machen auf die Welt.
00:01:34: Ich möchte Lust darauf machen das Leben, die Vielfalt des Lebens zu erkunden, zu verstehen.
00:01:42: ich möchte helfen Dinge der Welt zu erklären sie verständlich zu machen aber Und natürlich möchte ich auch Haltung vermitteln und ein Einstehen für Werte, für Freiheit, für unsere demokratische Grundordnung.
00:01:59: Wenn am Ende noch eine Prise-Amusementunterhaltung mit dabei ist, dann stehe ich dafür.
00:02:06: Sehr schön!
00:02:07: Du arbeitest in leitender Positionen in einem der bekanntesten Medienhäuser Deutschlands?
00:02:12: Wie hat sich dein Blick auf Verantwortung und Wirkung von Journalismus dadurch verändert?
00:02:18: Wir müssen uns noch mehr darüber im Klaren sein, was wir tun wie wir es tun und warum wir es tun.
00:02:25: Denn die Rückmeldungen unserer Leserin und Leser sind viel schneller, viel größer, viel enger, was ich auch befürworte.
00:02:38: Wie ist noch vor zwanzig Jahren der Fall war?
00:02:39: Wir haben nicht mehr rein Informationen gesendet sondern wir müssen uns mit der Rezeption auseinandersetzen noch enger mit Menschen in den Austausch, denen diskutieren sind unsere Artikel so verständlich?
00:02:56: erfüllen sie das wofür wir als Stern stehen?
00:02:59: und dass ist etwas was einfach in den letzten Jahren nochmal zunehmend an Geschwindigkeit aufgenommen hat.
00:03:03: Und ich finde es auch gut weil uns... Wir werden dadurch auch gechallengt unserer Arbeit einfach noch sorgfältiger zu betrachten.
00:03:10: um das noch mehr die Fragen zu stellen warum tun wir das dann hier eigentlich?
00:03:13: Was machen?
00:03:15: Und das ist jetzt der eine Strang, der Antwort.
00:03:17: Der andere Strang der Antwort ist, weil ich ja auch am Anfang über Werte gesprochen habe, über demokratische Grundordnung.
00:03:24: Wenn man sich die Welt anschaut und gerade so viele Stakeholder global gesehen gibt es gerade nicht, die wir aufzählen können, die sich für Freiheit, für Demokratie einsetzen.
00:03:37: Umso wichtiger ist unsere Rolle als Journalistinnen und Journalisten wirklich als vierte Kraft in der Welt als vierte Gewalt einzutreten für Werte, für moral und für Menschenrechte.
00:03:50: Da schon es leider immer weniger Menschen gibt auf politischer Bühne die das einfach gerade tun?
00:03:58: Ja, die Entwicklung ist da wirklich besorgniserregend manchmal.
00:04:01: Das kann man schon sagen.
00:04:03: Und wenn du auf den heutigen Journalismus insgesamt blickst was bereitet dir aktuell am meisten Sorgen?
00:04:08: und gleichzeitig was macht ihr auch Hoffnung?
00:04:11: Ja, am meisten Sorge bereitet mir das Menscheninformation ungefiltert annehmen übernehmen weiter tragen ohne in Frage zu stellen.
00:04:23: Wer ist denn überhaupt der Absender?
00:04:25: Was möchte jemand mit dieser Information bezwecken?
00:04:28: Woher kommt die Informationen überhaupt?
00:04:31: Das finde ich sehr schwierig.
00:04:36: Das Verständnis dafür, dass es viele Inhalte im Internet gibt die einfach nicht stimmen.
00:04:40: Die gefaked sind und ein klares Ziel zur Folge haben das eben nicht heißt wir möchten möglichst breit aufklären.
00:04:48: Das finde ich sehr besorgniserregend.
00:04:51: andererseits wenn ich mir das internet auch anschauen vor allem soziale netzwerke sehe ich auch immer wieder gegen Bewegung von Menschen die sagen die aufklärisch agieren die journalistisch agieren im Sinne von Meinungsbildung und Transparenz.
00:05:05: Und das finde ich grundsätzlich, also diese Chance sich zu bilden miteinander einen Austausch zu kommen war noch nie so groß wie jetzt.
00:05:14: in dieser Sekunde und in der nächsten Sekunde ist sie noch größer.
00:05:17: die theoretische Chance ist ja da.
00:05:19: wir müssen einfach nur noch gemeinschaftlich noch mehr ausbalancieren was passiert da?
00:05:24: Und müssen es reflektieren.
00:05:26: Und was hat sich denn in deiner eigenen Arbeit, in den letzten Jahren am stärksten verändert?
00:05:33: Am stärkste verändert?
00:05:35: hat sich das etwas wie Wandelveränderung nicht mehr ein Prozess ist, den wir uns vornehmen und der hat dann irgendwann einen Ende.
00:05:46: Sondern dass es on-going.
00:05:48: Wahrscheinlich ist es in jeder Branche so.
00:05:50: Wir können etwas, wir können ein Strategie-Paper entwerfen und unsere Redaktion nach einem bestimmten Organigramm aufstellen.
00:05:58: Wir kann Bestimmtes Kanäle uns vornehmen aber letztlich müssen wir alle immer wieder bereit sein das in Frage zu stellen und zwar eigentlich jeden Tag.
00:06:06: Passt das noch so?
00:06:08: Passt unsere Strategie?
00:06:09: gibt es neue Kanälen die wir berücksichtigen müssen?
00:06:12: wie verändert sich das Nutzungsverhalten?
00:06:14: welche Technologie poppt auf welches KI-System dann so es wieder neu
00:06:21: prüft.
00:06:22: Diese Bereitschaft für Wandel ist sehr, sehr stark und ich glaube das ist eigentlich das Fundament von allem oder eine Kernkompetenz die wir alle für den Rest unseres Lebens schnell lernen sollten bzw.
00:06:36: im besten Falle schon haben nämlich uns dem Wandel zu stellen und ja offen sein für Veränderung.
00:06:43: Du hast eben schon ein bisschen was zum Thema KI und Journalismus gesagt.
00:06:48: In vielen Redaktionen wird ja inzwischen bei Recherche, Auswertung oder auch im Texten mit KI gearbeitet.
00:06:55: Wo bringt euch KI wirklich voran?
00:06:57: Und wo ist sie eher störend oder eine größere Ablenkung als dass die am Ende hilft?
00:07:03: Ich finde es sehr, sehr schwierig bis falsch dass viele Inhalte noch nicht gekennzeichnet sind die mit KI hergestellt wurden.
00:07:10: Vor allem sehr kritisch sehe ich das bei Videoinhalten und bei Bildern.
00:07:14: Die Kennzeichnung ist in meinen Augen absolut Pflicht.
00:07:16: also sie muss kommen so schnell wie möglich.
00:07:18: Sie wird ja auch kommen Das ist schon ein riesiges Thema einfach auch um Nutzerinnen und Nutzern die Expertise mitbringen in der Bewertung von Inhalten, da müssen wir ihn einfach an die Hand nehmen.
00:07:32: Das finde ich wirklich schwierig.
00:07:34: Da hatten wir ja beim CDF gerade diesen Fall richtig
00:07:37: genau.
00:07:38: also Inhalte müssen sauber gekennzeichnet werden.
00:07:43: das ist absolut notwendig.
00:07:44: und die Herstellung von Inhalt und wo KI hilft ist natürlich bei Themen wie Datenverarbeitung Text, Analyse bei Recherche Ansätzen von, weiß ich nicht.
00:07:56: Wenn wir jetzt ganz viele Dokumente scanen hilft es natürlich KI als Helferlein sozusagen zu betrachten um einfach schneller zu Thesen zu kommen.
00:08:07: das ist schon einfach unabdingbar.
00:08:11: Ja, ja Es ist spannend finde ich und vor allem noch spannender in welche Richtung sich das dann entwickelt.
00:08:18: Und wo ziehst du persönlich eine klare Grenze und sagst Das muss im Journalismus Journalismus immer menschlich bleibt.
00:08:25: Ich finde die Frage herausfordern, weil wer weiß was kommt?
00:08:31: Ich würde sie nie final und absolut beantworten.
00:08:36: Momentan würde ich sagen, was KI noch nicht kann ist Zwischentöne zu erfassen ausdifferenziert balanciert so wenn man so will berichten und vor allen Dingen auch Informationen einzufangen, die noch von niemanden in das Internet gespeist wurde.
00:08:58: Also sprich, wenn wir jetzt eine klassische Vorortrecherche vornehmen also zum ersten Mal mit einem Menschen über ein bestimmtes Thema sprechen dann hören wie das ja nicht nur sondern es schwingt auch viel mit Es ist viel Gefühl im Raum im besten Fall dass auch bei der Meinungsbildung hilft Und ich habe keine Ahnung, was in irgendwann mal passiert.
00:09:19: Ob das auch Maschinen übernehmen können?
00:09:20: Im Moment können sie es noch nicht.
00:09:22: und da sehe ich gerade für den Journalismus ein Feld, in dem wir noch viel stärker agieren müssen Informationen originär aufzufangen mit Menschen ins Gespräch zu kommen.
00:09:37: also eigentlich die klassische Reporterin Arbeit.
00:09:41: Ja, da wird die KI noch nicht.
00:09:43: Noch nicht?
00:09:44: Aber wer weiß.
00:09:44: also ich kann es nicht sagen.
00:09:45: deshalb bin ich so eingestiegen in schwierig weil ich werde das final nicht beantworten können nur unter dem Gesichtspunkt jetzt
00:09:53: ja und man sieht ja schon dass KI Machtverhältnisse verschiebt weltweit aus unterschiedlichsten Perspektiven Und die macht Verhältnisse in der Medienwelt zwischen Plattformen Redaktionen und Publikum.
00:10:06: Wie sieht es da aus?
00:10:07: ist auch schon sind da schon Grenzen verschoben?
00:10:09: was würdest du sagen?
00:10:11: Die Frage würde ich auch auf verschiedenen Ebenen betrachten.
00:10:15: Ich glaube, wenn man das Publikum sich anschaut.
00:10:19: Publikums im Sinne von Leserin und Leser.
00:10:22: Da müssen wir wirklich differenzieren zwischen bei wie vielen Menschen ist KI schon im Alltag angekommen?
00:10:28: Wie weit begreifen Sie KI, nutzen sie KI?
00:10:31: Und für wie viel ist es noch ein sehr abstrakter Technologiebegriff?
00:10:37: dann bei Redaktion oder beim Medien zu schauen, inwieweit ist KI Handwerk?
00:10:42: Oder inwie weit berichten wir über KI?
00:10:44: und natürlich bei der KI an sich.
00:10:46: Was kann sie schon in welchen Bereichen?
00:10:48: Und im besten Falle ist es ein Miteinander und nicht der eine Bereich entfernt sich zu sehr von dem anderen.
00:10:57: Ich glaube, das ist auch sehr herausfordernd.
00:10:59: Und da sind Medien auch in einer Art Scharnierrolle gefragt zu vermitteln zwischen dem Publikum im Sinne einer Leserschaft und der Technologie um einfach den Gap nicht noch größer werden zu lassen.
00:11:13: Ein Aspekt ist ja auch viele Menschen sagen heute ich weiß gar nicht wie mich glauben soll.
00:11:17: Das finde ich immer ganz schwierig.
00:11:19: Was läuft denn aus deiner Sicht schief?
00:11:21: Und was können Medien konkret besser machen vielleicht
00:11:25: Ich kann diese Aussage schon in Grundzügen verstehen, denn niemand lebt ja mehr mit einem Informationsdefizit.
00:11:35: Wir werden eher geflutet von Informationen über alle Richtungen und dass dann ein Gefühl von Orientierungslosigkeit sich einstellt, kann ich nachvollziehen.
00:11:47: Umso mehr müssen wir alle miteinander dahin kommen das wir wirklich versuchen zu verstehen.
00:11:54: Wer ist der Absender einer Information?
00:11:56: Was möchte denn jemand damit bezwecken?
00:11:59: und wir müssen Vorgänge von Recherche, von Meinungsbildung noch transparenter machen.
00:12:05: Und ich setze auch sehr auf nahbaren Journalismus.
00:12:09: Ich glaube es tut Redaktion gut Menschen zu zeigen und ihre Qualifikation auch erklären zu lassen warum sie Journalisten sind.
00:12:19: Wie sieht denn so ein Tag überhaupt aus?
00:12:21: Wie kommen mich zu den Informationen, die ich nutze als Grundlage für Inhalte.
00:12:26: Warum habe ich den Job überhaupt ergriffen?
00:12:27: was treibt mich an?
00:12:29: Ich glaube dass das Nähe sehr sehr sehr wichtig ist und vielleicht sogar noch wichtiger wird und manchmal unterschätzt wird.
00:12:37: Ja, das wird wahrscheinlich auch den Unterschied machen.
00:12:39: zu KI denke ich.
00:12:40: Das ist ja auch in der Medizin ähnlich dass man sagt das Thema Empathie wird beim Menschen bleiben und die technischen Datenanalyse Themen dann über die KI gelöst bekommen.
00:12:51: viele Debatten verlaufen wir heute extrem polarisiert.
00:12:55: Also es gibt ja schwarz und weiß, gut und böse, man ist links rechts und dazwischen gibts schon fast gar nicht mehr gefühlt.
00:13:02: Wie geht ihr denn in der Redaktion damit um wenn Themen so emotional aufgeladen sind?
00:13:07: Und der Druck von außen auch besonders groß wird?
00:13:10: Das allererste ist erstmal Ruhe.
00:13:13: Ruhe bewahren bloß Nicht treiben lassen.
00:13:16: das aller aller wichtigste.
00:13:18: und bei einigen Themen können wir schon antizipieren, das wird Ausschläge geben in viele Richtungen.
00:13:27: Also wird viel Interaktion und viele Kommentare geben.
00:13:30: Darauf sollte man sich dann im Vorfeld einstellen beispielsweise dass man mehr Community Management einsetzt oder auch vorweg schon mal Was könnte denn da an Gegenwind kommen?
00:13:41: Das ist sehr wichtig, um einfach zu versuchen.
00:13:43: Das Ganze kontrolliert weiterzumodorieren.
00:13:47: Das können wir natürlich nicht bei jedem Thema.
00:13:49: aber auch dann ist wirklich Souveränität das A und O in den Austausch zu gehen mit denen... die noch Interesse in einem konstruktiven Auszausch haben und bei anderen ist dann teilweise ins Leere laufen lassen oder auch zu überlegen, wirklich wenn es gar nicht mehr anders geht auch Kommentarspalten abzuschalten.
00:14:09: Ja manchmal.
00:14:10: Meinst Fütter manchmal auch zunächst weil letztlich Kommentarspalten finde ich sollten Mehrwert bieten, sollten eine Diskussion sinnvoll vorantreiben In Hass, in Dinge die von hier niemand mehr etwas hat dann führt es einfach auch zunächst hilft jemandem mehr.
00:14:33: Ja das ist ja viel frauenfeindlich sexistisch auslernen.
00:14:36: also der Spektrum ist ja leider sehr breit.
00:14:40: wenn wir in den Bereich von Straftaten gehen dann natürlich sowieso no go.
00:14:45: Das heißt, ihr Monitor das Riechen?
00:14:46: Auf jeden Fall natürlich.
00:14:47: Wir monitoren wir haben auch gerade beim Social Monitoring haben wir KI im Einsatz um zumindest schon einmal aufmerksam gemacht zu werden auf bestimmte Wörter die schwierig sein könnten.
00:15:01: aber man muss dann natürlich immer den Kontext sehen.
00:15:03: das heißt die KI gibt uns sozusagen ein Alarmsystem Aber am Ende schauen sich denn immer noch mal Menschen ein.
00:15:10: Ist es jetzt wirklich so gemeint oder ist es ein anderer Kontext?
00:15:14: und moderieren dann.
00:15:16: Ja, das ist ja eine sozusagen der Herausforderung des modernen Journalismus.
00:15:21: Und wo siehst du aktuell die größten Risiken für den unabhängigen Journalismus?
00:15:25: Dann gibt es ja leider im Moment auch viele politisch wirtschaftliche und technologische.
00:15:31: Ja tatsächlich politischer Druck wenn man in die USA schauen politischer druck der gemacht wird der die arbeit von Journalisten und Journalisten, die auch eine freiheitliche Grundordnung vorantragen wollen.
00:15:44: Erschwert!
00:15:46: Und dann natürlich auch ich hoffe dass Menschen wieder mehr bereit wäre auch Journalismus zu unterstützen und den Wert von Journalismus erkennen.
00:15:58: Ich führe beispielsweise keine Diskussion mehr über die Sinnhaftigkeit von Paywalls Die führe ich einfach nicht mehr.
00:16:07: Meine Gegentease ist immer Das was wir bieten an Reportagen, an Leistungen und Unterstützung bei der Meinungsbildung.
00:16:17: natürlich hat das einen Wert.
00:16:20: Genauso wie andere Dinge die hergestellt werden ein Wert haben.
00:16:23: Und ja unsere Branche hat sich lange schwergetan mit Digitaljournalismus hinter einer Paywall.
00:16:30: aber in meinen Augen ist diese Diskussion geführt und sollte State of the Art sein eine Paywall auch zu unterstützen anzuerkennen?
00:16:37: Die meisten Nachrichtenhäuser haben das ja auch schon gut implementiert.
00:16:40: Ja, die aller allermeisten.
00:16:41: es gibt immer noch auch Reichweiten getriebene also Vermarktungserlöse Getriebene Publisher.
00:16:47: aber ich glaube also Branchen global gesehen ist die Paywall kein Thema mehr zum Glück.
00:16:54: Ich würde mal gerne auf deine Rolle als Führungskraft zu sprechen kommen.
00:17:00: Was hast du in deiner Position als stellvertretende Chefredakteurin über Führungen in Zeiten von Wandel und öffentlichem Druck gelernt?
00:17:07: Ihr seid ja eine Branche, die besonders im Fokus steht!
00:17:10: Ich bin froh dass zumindest so wie ich heute Führungserlebe und auch Weitergebeführung nicht mehr betrachtet wird, mehrheitlich im Sinne von.
00:17:27: wir sind die Allwissenden und du bist der Befehlsempfänger.
00:17:33: Gott sei Dank nicht mehr mehrhaltlich!
00:17:36: Ich finde Führung muss auf Augenhöhe geschehen wertschätzend aber trotzdem klar und Orientierung geben und Freundlichkeit schließen sich in meinen Augen überhaupt nicht aus.
00:17:50: Und im besten Fall profitieren beide davon, Führungskraft- und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen es gibt ein Verständnis über gemeinsame Ziele die werden nachgehalten.
00:18:01: Es kommt einen Dialog zu einem Austausch zustande wenn es Fragen gibt aber am Ende gibt es ein gemeinsames Ziel auf das alle gemeinsam hinstellen.
00:18:12: Wunderbar, weil wer möchte am Abend nicht nach Hause gehen und sagen ich habe heute einen guten Arbeitstag.
00:18:18: Ich hab dazu beigetragen unseren Case zu erfüllen und im besten Fall hatte ich auch noch Spaß.
00:18:23: aber ich wurde jetzt nicht den ganzen Tag davon umgetrieben.
00:18:26: oh was mache ich eigentlich?
00:18:27: ist es richtig?
00:18:29: Zu was führt das eigentlich uninteressiertes überhaupt irgend ein und hilft mir dass eigentlich das sollte nicht mehr so sein und deshalb finde ich es ganz großartig.
00:18:39: Verständnis, Verführung und die Beschäftigung mit Führung.
00:18:43: Zumindest jetzt in meinem Werdegang in den letzten Jahren viel sichtbar geworden ist auf der Ergande also wie viele Fragen und Seminare und Themen ich mitgenommen habe zur Führungen das finde ich schon ganz großartig.
00:18:58: Ich bin mir nicht sicher ob das meine Vorgängergeneration so.
00:19:04: Ich weiß, ich möchte niemanden zu nahe treten.
00:19:06: Aber das Thema war einfach in den Achtziger und Neunzigern anders
00:19:10: konnotiert.".
00:19:11: Das hat sich auf jeden Fall zum Positiven entwickelt.
00:19:14: Das würde ich auch sagen!
00:19:16: Und was würdest du jungen Frauen sagen die im Journalismus arbeiten wollen aber noch unsicher sind ob sie diesen Weg gehen sollten?
00:19:23: Unbedingt machen unbedingt.
00:19:25: wenn du Bock hast dann mach es und wir sprachen ja am Anfang schon darüber.
00:19:30: Es gibt in meinen Augen noch nie so.
00:19:33: Es gab noch nie so viele Möglichkeiten, so schnell auf sich aufmerksam zu machen.
00:19:41: Wir sprechen über junge Frauen.
00:19:43: Macht einfach!
00:19:44: Überlegt euch Themenformate, überlegt euch einen Kanal und legt einfach los.
00:19:52: Macht auf euch aufmerksam... Pitched Ideen bei Redaktion.
00:19:56: Seid originell, seid mutig und haltet euch nicht so an diese vermeintlichen Standards wie oh dann muss ich unbedingt ein Volontariat machen.
00:20:05: nur wenn ich Diss und Diss gemacht habe hab' ich auch nur in Hauch einer Chance.
00:20:10: macht einfach also ich freue mich riesig über einfach schreiben oder Videos oder was auch immer.
00:20:16: für Pitches-Videos noch lieber Ist mir jemand einfach sagt, ach hier ich habe mir euer Produkt angeschaut und hättet ihr nicht Interesse an dem Themenbereich für den Kanal.
00:20:27: Ich könnte das und dass dazu beitragen.
00:20:29: Einfach machen!
00:20:31: Und dann dir zuschicken?
00:20:32: Zum Beispiel ich freue mich wirklich darüber und ich spreche auch viel mit Studierenden an Unis oder halte dann auch Vorträge Und diese Frage kommt auch sehr oft und ich finde wirklich Macht einfach.
00:20:48: Macht!
00:20:48: Es gibt so viele Wege über Praktika, über studentische oder Werkstudentenstellen... Man kann ja eigentlich selbst Publisher sofort werden.
00:21:01: Ich lege einen Account an, ich überlege mir etwas und lege einfach mal los Und dann gibt es wirklich, wirklich viele, viele Nischenspielwiesen noch.
00:21:11: Wir sprechen das jetzt mit so voller Begeisterung weil ich lerne von dieser Art der Bespiegelung hier auch wahnsinnig viel und ich frage mich denn auch also... Jetzt in Hamburg lag ja soviel Schnee!
00:21:24: Das haben wir ja wirklich über Jahre nicht erlebt und ich fand es haben so viele Menschen sich so tolle Ideen einfallen lassen wie man mit diesem Schnee irgendwie auf eine lustige Art umgehen kann.
00:21:36: diese Kreativität und das Feuer, was dann entfacht wird.
00:21:39: Finde ich ganz toll!
00:21:40: Schön also der Aufruf?
00:21:42: Ja machen, machen,
00:21:45: gerne in den Journalismus wollen.
00:21:46: es ist nicht ganz so schwer wie man sich das vielleicht vorstellt.
00:21:50: Ich würde sagen dass es deshalb leicht ist aber die Möglichkeit ist auf jeden Fall da ja auf sich aufmerksam zu machen.
00:21:59: Ich stelle allen unseren Gästen immer meine Frage weil wir über das Big Bank AI Festival sprechen Welches KI-Tool ist aktuell dein Favourite bauflicht oder privat?
00:22:12: Ich kann nicht nur total langweilig antworten, so richtig langweillich.
00:22:16: ich habe keins.
00:22:17: Ich teste mich wirklich immer wieder durch.
00:22:20: egal was ich tue nehme ich mich selbst wieder an die Hand und sage okay mache es jetzt mal nicht damit sondern nehmen wir wieder ein anderes um zu testen.
00:22:32: wie sind die ergeben.
00:22:32: Und
00:22:32: welche testest du?
00:22:34: Die ganze Bank durch alle etablierten Genau.
00:22:39: Ich habe zum Beispiel, wenn ich irgendwie versuche einen... Also heute Morgen zum Beispiel bin ich mehrere Dokumente durchgegangen zu einem Themengebiet und dann lasse ich einfach ChatGPT und Geminal mal gegeneinander laufen?
00:22:52: Und gucke!
00:22:52: Das mache ich auch nicht mehr.
00:22:54: So deshalb ist meine Antwort total langweilig.
00:22:57: Ja okay aber das ist doch gut.
00:22:58: also ich schau mir auch immer die Antwort von unterschiedlichen Systemen an.
00:23:03: Okay, aber gibt es einen bestimmten Prompt den du empfehlen kannst oder einen Trick den du anwendest außer dass so verschiedene gegeneinander laufen lässt?
00:23:12: Ich stelle immer wieder die Frage was habe ich vergessen und was könnte der Knackpunkt sein.
00:23:18: Aber noch mehr das sich versuche Unterstützung dabei zu bekommen welche Lücken in meinem Denken habe oder in der Formulierung.
00:23:27: Ich spiele eigentlich meinen Unwissen sozusagen zurück und lass mich dann überraschen, was kommt.
00:23:33: Ja ich lasse mich selbst noch mal challenge'n.
00:23:39: Mal hilft es auch nicht aber ich erwarte jetzt gar nicht dass mir immer alles hilft sondern eher das hört ja nie auf.
00:23:46: Es ist ein immer weiter Lernen.
00:23:52: Wir haben ja auch bei uns auf dem Festival, da bist du ja bei uns auch auf der Bühne.
00:23:56: Das heißt mehr von dir sehen wir im September in Berlin.
00:23:59: und mit wem von unseren Gästen Teilnehmenden würdest du denn am liebsten essen gehen?
00:24:04: Das könnte ein Lunch oder ein Dinner sein!
00:24:08: Sobald euer Programm steht
00:24:12: und
00:24:12: ihr genau wisst wer kommt würde ich gerne mit der jüngsten Speakerin Essen gehen.
00:24:22: Es stehen ja schon einige fest, habe ich mir natürlich auch angeschaut.
00:24:25: Aber tatsächlich am Ende würde ich gerne wissen was treibt die aller jüngsten Teilnehmenden an?
00:24:32: Warum sind sie bei der Konferenz und was ist ihre Vision?
00:24:36: Ja genau also die aktuell Jüngste ist tatsächlich Anastasia Bahnau.
00:24:41: wir hatten uns jetzt gerade am Wochenende gesehen Und ja, das kann ich mir auch gut vorstellen.
00:24:46: Das ist ein Gut-Match zwischen euch beiden!
00:24:48: Schön
00:24:49: dann, glaube ich.
00:24:49: Stell' ich mich erst mal darauf ein auf Sie ansonsten?
00:24:53: Ja also... Ist sie noch Jensie?
00:24:56: Ich weiß es jetzt gar nicht.
00:24:57: Ja
00:24:58: Anfang zwanzig.
00:24:59: Super, ich bin immer ... Die Perspektive interessiert mich sehr, sehr.
00:25:02: Ja genau, das ist Jensie und ich glaube was danach kommt ist noch ein Jen Alpha, das glaube ich meine Tochter mit zwei Tausend Dreizehn geboren.
00:25:08: Ich kann deine Tochter
00:25:09: auch!
00:25:11: Die hat glaube ich... naja, aber nein die hat da Schule, dass wird dann nicht gehen.
00:25:14: Das finde ich wahnsinnig spannend.
00:25:16: also ich habe zum Beispiel immer noch nicht komplett verstanden warum die Jen Alpha vorrangig Snapchat nutzt.
00:25:23: wenn es wirklich so ist, manche Dinge Die erschließen sich mir noch nicht und die möchte ich gerne im Gespräch einfach mal erklärt bekommen.
00:25:31: Ja, also die Gespräche haben wir jetzt ein bisschen geführt aber... Liebe Laura vielen Dank für dieses offene kluge und reflektierte Gespräch!
00:25:42: Für deine Einblicke in den journalistischen Alltag, für deine Haltung in Zeiten von KI Und gesellschaftlichen Wandel und für deinen Einsatz, für eine starke glaubwürdige Öffentlichkeit.
00:25:53: Für die Ansprache von Gen Z Schrägstrich Alpha, die für den Journalismus zu begeistern – das ist wirklich wichtig!
00:26:01: Wer diese Themen weiterdenken möchte, ist herzlich eingeladen zum BigBank KI Festival in Berlin am sechzehnten und siebzehnten September.
00:26:11: Dort treffen Medienwirtschaft, Technologie und Gesellschaft wieder aufeinander im direkten Austausch.
00:26:16: Danke fürs zuhören und bis zur nächsten Folge unseres
00:26:19: Big
00:26:30: Bang
00:26:37: Podcast.
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